Reglemente

Patrick, bitte noch ergänzen

Bogenarten

Barebow

Ein Barebow muss blank sein, mit Ausnahme der Pfeilauflage, er muss frei sein von Herausstehendem, von Markierungen, Flecken oder von Laminierungen, die (im Bogenfenster) als Zielhilfe dienen könnten.

Bogensehne

Die Mittelwicklung der Sehne darf bei vollem Auszug nicht im Blickfeld des Wettkämpfer enden. Eine Sehne darf auf keine Weise eine Zielhilfe durch eine Peepsight ( Lochvisier in der Sehne ), Markierungen oder irgendein anderes Hilfsmittel aufweisen. Auf der Sehne ist keine Lippen oder Nasenmarkierung erlaubt.

Pfeilauflage

Eine Pfeilauflage, die verstellbar sein kann, ein beliebiger beweglicher Druckpunkt, Pfeilanlage oder Anlageplatten dürfen sich am Bogen befinden, vorausgesetzt sie sind nicht elektrisch oder elektronisch und stellen keine zusätzliche Zielhilfe dar. Der Druckpunkt darf nicht nach innen verlagert werden (kein Overdraw).

Visier

Kein Visier, Markierung(en) oder andere Zielhilfen sind zulässig.

Stabilisatoren und Schwingungsdämpfer

Keine Stabilisatoren sind zulässig. Zusätzliche Gewichte dürfen am unteren Teil des Mittelstücks angebracht werden, alle Gewichte ungeachtet der Form müssen direkt, ohne Zwischenstück, Verlängerung, gewinkeltem Adapter oder Stossdämpfer am Mittelstück befestigt werden.

Der nicht gespannte Bogen mit allem erlaupten Zubehör muss durch einen Ring oder ein Loch von 12.2 cm Innendurchmesser +/- 0,5 mm passen.

Pfeilauflagen

Keine Begrenzung in Bezug auf Art oder Platzierung der Pfeilauflage.

Auszugskontrolle

Ein Hilfsmittel zur Auszugskontrolle, hörbar und/oder sichtbar, aber weder elektronisch noch elektrisch, darf verwendet werden.

Visier

Jede Art von Visier ist zulässig, auch mehr

ere Visiernadeln.

Stabilisatoren und Schwingungsdämpfer ( TFC )

Stabilisatoren und Schwingungsdämpfer ( TFC ): am Bogen sind erlaubt.

Vorausgesetzt sie:

  • Dienen nicht als Sehnenführung
  • Berühren nichts als den Bogen
  • Stellen keine Behinderung für andere Wettkämpfer dar, was den Platz am Schiesspflock betrifft.

Der Langbogen ist der Klassiker, so wie man sich einen Bogen vorstellt. Das Jahrtausend alte Bauprinzip, ein Holzstab mit einer Schnur, ist jedoch nicht so simpel, wie es aussieht. Das kann jeder nachvollziehen, der schon mal einen solchen Bogen gebaut und damit versucht hat, auf weite Entfernungen gezielt zu schiessen.

Ein guter Bogen stellt hohe Anforderungen an das verwendetet Material, denn beim Schiessen treten im Bogen sowohl Zugspannung (auf der Vorderseite) wie auch Druckspannung (auf der dem Schützen zugewandten Seite) auf, die vom Holz verkraftet werden müssen. Deswegen wurde schon früh damit begonnen, den Bogen aus zwei verschiedenen Schichten aufzubauen, nicht notwendigerweise beide aus Holz. Der Bau des Compositsbogens stellt den Bogenbauer vor eine Hürde, einen geeigneten Leim zu finden, der den gegenläufigen Kräften im Moment das Abschusses gewachsen ist. Es gibt auch einige wenige Bäume, die sich in den Spannungsresistenzeigenschaften stark unterscheidendes Splint- und Kernholz besitzen, z.B. die Eibe.

Beim Langbogen wird der Pfeil entweder über den Handrücken oder über eine kleine Pfeilauflage seitlich am Bogen entlang geschossen, wodurch der Pfeil schräg aus dem Bogen kommt und meist seitlich am Ziel vorbei schiesst, wenn man das nicht mit beim Zielen einkalkuliert.

Ein wesentlicher Unterschied zum Recurve- und Compound-Bogen ist die Tatsache das ein Langbogen immer ohne Visier geschossen wird.

Das auffälligste Merkmal eines Compoundbogens sind die am Wurfarmende angebrachten Excenterrollen. Diese bewirken, dass der Bogen mehr Energie in den Wurfarmen speichern kann und je nach Modell eine Zugreduktion von 50% – 80% ermöglicht. Dies bedeutet, dass beim Spannen des Bogens das volle Zuggewicht bis zum Gipfelpunkt gezogen werden muss. Nach Überschreiten des Gipfelpunkts, wird das Zuggewicht stetig leichter bis das sogenannte Tal bzw. Ende des Auszugs erreicht wird. Das Haltegewicht beträgt am Zuszugsende somit nur z.B. 70% des Gipfelzuggewichtes. Dies hat unter anderem beim Scheibenschießen den Vorteil, dass bei relativ niedrigem Haltegewicht der Pfeil eine hohe Geschwindigkeit und damit eine flachere Flugbahn einnimmt. Bei der Bogenjagd können dadurch schwerere Pfeile verwendet werden ohne die Pfeilgeschwindigkeit zu reduzieren.

 

Es gibt verschiedene Typen von Excenterrollen mit ganz speziellen Eigenschaften und verschiedenen Zugreduktionen. Neben den runden Wheels, die einen gleichmäßigen Auszug und ein weiches Löseverhalten haben, werden auch sogenannte CAM´s verwendet. Diese Rollensysteme gibt auch als Single-Cam´s, also mit einem Cam und einer runden Rolle. Die CAM´s haben eine mehr oder weniger ovale Form. Bei Compoundbögen mit extremen CAM´s muss das Gipfelzuggewicht fast bis zum Tal gezogenwerden, erst auf den letzten Zentimetern wird das Gewicht durch die CAM´s reduziert. Dies bringt eine etwa 10% höhere Pfeilgeschwindigkeit, hat aber den Nachteil, dass der Pfeil hart beschleunigt wird und dadurch die Treffgenauigkeit etwas leidet.

 

Compoundbögen werden mit Zuggewichten bis 110 lbs (1 lbs = 453,59 gr) und Auszugslängen bis 33 Zoll (1 Zoll = 2,54 cm) und Bogenlängen bis 47 Zoll hergestellt. Die Pfeile erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 325 fps (107 m/s = 385 km/h ). Standardbögen haben jedoch Zug gewichte zwischen 30 lbs und 80 lbs. Bei vielen Compoundbögen lässt sich das Zuggewicht um 10 – 15 lbs verstellen und so optimal auf die Kraft des Schützen abstimmen. Sie werden aus Fiberglas oder Carbonlaminaten gefertigt.

 

Der Schütze muss bei einem FITA Turnier das Zuggewicht bis zu 144 mal ausziehen und den Bogen ruhig halten können. Deshalb darf beim Bogenkauf das Zuggewicht nicht zu stark gewählt werden. Bei der Jagd hingegen werden in der Regel maximal 1-3 Schuss abgegeben. Hier muss die Kraft nur für die wenigen Schüsse reichen. Die Zugstärke bei Jagdbögen sollte nicht unter 50 lbs liegen, damit das Wild nicht verletzt geschossen wird und dadurch eventuell entkommen könnte.

 

Bogenjagd ist in der Schweiz verboten. Im europäischen Ausland bieten sich jedoch Möglichkeiten zur dieser Art von Jagd. Die ist allerdings gar nicht so einfach. Im Gegensatz zu einem Jäger mit Schusswaffe, der das Wild meistens vom Hochsitz aus über eine große Entfernung erlegt, muss der Bogenjäger sehr nahe an das Tier heran damit der Pfeil die nötige Wirkung zeigen kann. Trotz der niedrigen Erfolgsquote von nur 5% macht die Jagd sehr viel Freunde. Auch ohne Abschuss.

Compoundbögen sind mit dem entsprechenden geeigneten Zubehör (Pfeilauflage, Stabilisator, Visier und Release = mechanische Auslösehilfe) regelrechte Schießmaschinen. Wie genau ein Compound schießen kann, zeigt die Größe des Zehnerrings. Dieser ist bei einem Indoor Turnier ungefähr so gross wie ein 1-Franken-Stück.

 

Der Compoundbogen ist sicherlich die technischste Form des Bogenschießens. Er erlaubt Hilfsmittel zum Zielen und zeichnet sich dadurch aus, dass er zwar mit großer Kraft gezogen werden muß, dann aber, wenn er ausgezogen wurde den Schützen beim Zielen unterstützt, indem er eine Zuggewichtsreduktion von bis zu 75 % ermöglicht. Die eigentliche Abschußgeschwindigkeit ist abhängig vom jeweiligen Zuggewicht und den verwendeten Rollentypen sowie von der grundsätzlichen Form des Mittelteils. Der Compound wurde entwickelt, um die Bogen-Energie gleichmäßig an den Pfeil abzugeben. Er wird mit einem Release geschossen, was die Auswirkungen der Finger beim Lösen der Sehne ausschaltet, da es wie ein Auslöser bei einem Gewehr bedient wird.

 

Release

Bei Recurvebögen befindet sich am Wurfarmende die sogenannte Recurve. Das sind die nach vorne gebogenen Wurfarmspitzen, die je nach Art verschiedene Eigenschaften haben. Im Falle der “arbeitenden” oder vollen Recurve schnellt die Sehne im Moment des Lösens langsamer und damit weicher nach vorn als bei einem Bogen ohne Recurve. Dies führt zu einer besseren Stabilität und Wurfleistung. Andere Bogenschützen, z.B. Bogenjäger, legen mehr Wert auf Pfeilgeschwindigkeit und Wurfleistung. Diese bevorzugen dann einen Bogen mit z.B. halber Recurve. Beim Ausziehen des Bogens erhöht sich das Zuggewicht bis zum Erreichen der Auszugslänge stetig und muss bis zum Lösen gehalten werden.

Recurvebögen werden aus Holz, Fiberglas oder auch aus Carbonlaminaten gefertigt. Sie werden in Längen zwischen 48″ und 70″ hergestellt, wobei zum Scheibenschiessen selten Bögen unter 64″ eingesetzt werden. Diese beträgt meistens zwischen 66″ und 70″. Kleinere Bögen werden gerne zur Jagd eingesetzt, weil diese im Gelände nicht so sperrig sind. Die Zuggewichte bei Recurvebögen variieren zwischen 10 lbs und 120 lbs. Zum Scheibenschiessen werden jedoch meistens nur Bögen mit Zuggewichten bis 50 lbs eingesetzt. Dies ist auch abhängig von der Kraft und Ausdauer des Schützen. Auch hier gilt beim Bogenkauf das Zuggewicht so zu wählen, dass der Schütze 144 Schuss ruhig lösen kann und nicht schon beim dritten Schuss vor Kraftanstrengung zittert wie Espenlaub. Ebenso wie beim Compoundbogen kann zur Jagd das Zuggewicht stärker gewählt werden, da hier in der Regel nur 1- 3 Schuss gelöst werden.

Anders als bei Compoundbögen ist die Auszugslänge hier nicht begrenzt. Die Auszugslänge bestimmt sich durch die in optimaler Schießhaltung gemessene Entfernung zwischen Sehne und Pfeilauflage. Diese Auszugslänge wird dann der Berechnung der Pfeillänge zugrunde gelegt.

Recurvebögen können mit Klickern (Auszugslängenkontrolle), Visieren, Stabilisatoren und sonstigem Zubehör ausgestattet werden um die Schussgenauigkeit zu erhöhen. Allerdings sind einige auf dem Markt erhältliche technische Hilfen (z.B. Releases oder Scopes = Vergrößerungsgläser) bei Wettkämpfen nicht zugelassen.

Das Schiessen mit Recurvebögen ist anspruchsvoller und schwieriger zu erlernen als mit Compoundbögen. Die optimale Schiesshaltung einzunehmen und ständig zu reproduzieren ist hier noch wichtiger, damit immer die gleiche Auszugslänge erreicht wird. Denn schon geringfügige Abweichungen lassen den Pfeil zu hoch oder zu tief ins Ziel fliegen. Von Schützen die Compound und Recurvebögen beherrschen, hört man, dass der Schwierigkeitsgrad nach der Anfangsphase gleich sei. Zudem werden in den Compounddisziplinen höhere Ringzahlen erwartet.

Der Recurvebogen ist nicht ganz so technisch wie ein Compoundbogen. Trotzdem ist er keinesfalls simpel. Er verfügt über eine Zieleinrichtung und wird in der Regel auch mit Stabilisatoren geschossen. Auch wenn auf den ersten Blick nicht ersichtlich, gibt es doch eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten um einen solchen Bogen auf den jeweiligen Schützen abzustimmen. Die Kraft eines solchen Bogens hängt von dem jeweiligen Auszugsgewicht ab, wobei dieses während des Zielvorganges durch den Schützen zu halten ist. Dieses ist allerdings eine Trainingsfrage, da für diesen Vorgang Muskeln erforderlich sind und diese nicht gottgegeben da sind, bzw. nicht die nötige Kraft haben.